Von der Schülerin und vom Schüler zum Ausstellungs-Guide
Die Klasse 10a wird zu Schülermentor*innen für die laufende Ausstellung am THG „Was konnten sie tun? Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1933 – 1945“ ausgebildet
„Gegen jeden, der es unternimmt, diese [verfassungsgemäße] Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“ – so steht es in unserem Grundgesetz, Artikel 20, Absatz 4, festgeschrieben, heißt: Wer die Demokratie angreifen will, dem muss man widerstehen, sprich Widerstand leisten. Mit der Bedeutung dieses Widerstandsrechts in geschichtlichen Dimensionen setzten sich die Schülerinnen und Schüler der 10a auseinander. Herr Jürgen Menzel, Vorsitzender des Arbeitskreises für friedenspolitische Bildung, besuchte die Klasse am 9. Oktober, um diese in die momentan am THG befindliche Ausstellung „Was konnten sie tun? Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1933 – 1945“ einzuführen und auf diese Weise die Schüler*innen der 10a dazu zu befähigen, andere Klassen als Ausstellungsmentor*innen durch die Ausstellung zu führen.
Ausgehend vom heutigen Widerstandsrecht im Grundgesetz umriss Herr Menzel an anschaulichen Beispielen der gegenwärtigen politischen Diskussion gemeinsam mit der Klasse den Begriff des Widerstands und schlug eine Brücke zur ganz konkreten Lebenswelt der Schüler*innen über die momentane Diskussion um die Wehrpflicht. Nach diesem Gegenwartsbezug wurde der Blick auf die Ausstellung geöffnet, die unterschiedliche Personen, welche sich den Nationalsozialisten auf unterschiedlichste Art und Weise entgegengestellt haben, vorstellt und an ihren Beispielen die Vielfalt des Widerstands gegen den Nationalsozialismus aufzeigen möchte. Am Beispiel des ersten Exponats, einer Schautafel zu Georg Elser, zeigte Herr Menzel das Vorgehen und den Aufbau der Ausstellung auf und schickte im Anschluss die Schüler*innen mit dem Auftrag, eine der ausgestellten Personen auszuwählen und sich mit dieser einen Person und deren Art des Widerstands tiefer zu beschäftigen, in die Ausstellung. Im anschließenden Austausch in der Klasse wurde deutlich, wie beeindruckt die Schüler*innen der 10a von den ausgewählten Personen und deren Formen des Widerstands waren. Besonders deutlich wurde die Wichtigkeit der Erinnerungskultur von den Schüler*innen hervorgehoben sowie auch die enorme Vielfalt an Widerstandsformen. Im Gespräch mit der Klasse verwies Herr Menzel darauf, dass Widerstand nicht eine Angelegenheit der Großen gewesen sei, sondern viele Menschen im Rahmen ihrer Möglichkeiten – zum Beispiel durch das Bereitlegen von Lebensmitteln für die Insassen des KZ-Außenlagers Wiesendorf in Wasseralfingen – versucht hätten, das Ihre zu tun und sich dadurch auch selbst durch, von heute aus betrachtet, einfachen Taten in große Gefahr brachten. Im Anschluss an das Gespräch entwickelten die Schüler*innen Konzepte für Führungen anderer Klassen durch die Ausstellung – in der Erwartung, vielen Schüler*innen einen solche offenen und zugleich tiefen Zugang zu der Ausstellung vermitteln zu können, wie das Herr Menzel auch für die 10a geleistet hat.
Das THG bedankt sich herzlich bei Herrn Menzel, dass er die Ausstellung im Rahmen unseres UNESCO-Jahres ans THG gebracht hat, und hofft auf viele Besucher. Die Ausstellung befindet sich im ersten Stock des THG-Hauptgebäudes und ist dort bis zum Freitag, den 23. Oktober, zu sehen.
Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter folgendem Link: https://www.was-konnten-sie-tun.de